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Liebe Fonds-Community,

wie bereits angekündigt stellen wir Ihnen Aktien aus dem Fondsdepot vor, um Sie im Sinne der Transparenz über unseren Ansatz und die Vorgehensweise zu informieren. In alphabetischer Reihenfolge haben wir Ihnen in den vergangenen Wochen bereits erste Analysen präsentiert. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Der nächste Titel in alphabetischer Reihenfolge, den wir einen berechtigten Platz im Fonds eingeräumt haben, ist die Betrandt AG. Das 1974 gegründete Unternehmen ist ein Entwicklungsdienstleister, welcher vor allem für die Automobil- und Luftfahrtindustrie Lösungen im Bereich Design, Modellbau, Simulation, Fahrzeug- und Flugzeugbau oder auch Planung von Fertigungsprozessen uvm. anbietet.

Das Unternehmen selbst unterteilt das Geschäftsmodell in drei Kernbereiche die in 2015 folgenden Erlös zum Gesamtumsatz beigetragen haben:

  • Digital Engineering:        59,50%
  • Physical Engineering:    20,60%
  • Electric/Electronics:       19,90%

Der Kernmarkt des SDax Unternehmens aus Ehningen in Baden-Württemberg ist mit über 90% der Umsatzerlöse Deutschland. Dies erscheint jedoch auch logisch, wenn man bedenkt, dass Deutschland in Sachen Entwicklung, Maschinenbau und Ingenieurwesen gerade was den Automobilmarkt angeht, weltweit zu den führenden Standorten gehört. Und auch in der Luftfahrtindustrie ist man als Partner des Deutsch-französischen Flugzeugbauers Airbus in Deutschland sehr gut aufgestellt. Hier beispielsweise wurde die Bertrandt AG als Kooperationspartner u.a. für den Entwurf des Interieur beim Airbus-Flaggschiff A380 ins Boot geholt.  

Der Chart der Aktie gibt bereits erste Hinweise der hohen und vor allem langfristigen Unternehmensqualität. So hat es der Konzern mit über 12.350 Mitarbeitern geschafft am Aktienmarkt deutlich besser abzuschneiden als der DAX. Gerade Seit Ende 2012 hat sich die Aktie im Zuge hervorragender Quartalsergebnisse vom Kursverlauf des DAX gelöst und diesen Vorsprung bis heute nicht wieder hergegeben.

Da es sich im Fonds um Qualitätsaktien handelt, ist vor allem der fundamentale Blick wichtig. Auf diesen möchten wir vorerst quantitativ und folgend qualitativ näher eingehen.

  • Bewertung: Bei Betrachtung der wichtigsten Bewertungskennzahlen und im Rahmen unserer Wachstumsannahmen, erscheint die Aktie nicht zu teuer bewertet. Gerade im Vergleich zum Sektor und den darin enthaltenen Konkurrenzunternehmen ergibt sich ein deutlicher Preisabschlag bei der Bertrandt AG. Das heißt unterm Strich, dass Bertrandt als absolutes Qualitätsunternehmen, günstiger zu haben ist als der Durschnitt der Branche. Abgerundet wird diese Einschätzung von dem Fakt, dass z.B. das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhätlnis mit 15,40x oder auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,02x unter dem durchschnitt der letzten fünf Jahre von 16,40x bzw. 3,80x liegen.
  • Kapitalstruktur: Neben einer nicht zu teuren Bewertung ist die Kapitalstruktur ein weiteres postivies Merkmal des Unternehmens. Mit über 56% Eigenkapitalquote wird bereits ein erster Parameter dieser Stabilität erkennbar. Hinzu kommt, dass das Unternehmen eine sehr geringe Verschuldung hat. Diese beläuft sich hauptsächlich auf Leasingverbindlichkeiten z.B. für wichtige Maschinen, Verbindlichkeiten für Zahlungsziele bei Lieferanten oder Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen. Diese gesunde Aufstellung ist ein qualitativ sehr wichtiges Merkmal und bedeutet Sicherheit auch in unruhigeren Zeiten.  
  • Wachstum & Profitabilität: Die folgende Grafik symbolisiert bereits das Wachstumsbild des Unternehmens und beinhaltet weiterhin auch die Schätzungen des Analystenkonsens für die kommenden Jahre. Beeindruckend ist dabei vor allem der hohe Grad an Kontinuität mit dem das Unternehmen wächst. Außer in 2008 gab es keinen Umsatzrückgang und auch damals hielt sich dieser in Grenzen, was beeindruckend ist, gerade wenn man betrachtet, in welcher wirtschaftlichen Situation wir uns im Jahre 2008 befanden.

Die qualitativen Argumente

  • Investitionen in die Zukunft:  Das Unternehmen investiert kräftig in seine Forschung und Entwicklungsarbeit um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu sein.  Diese Aussage lässt sich u.a. an der Kennzahl CAPEX/Sales ablesen, welche in Prozent angegeben wird. Dabei wird der prozentuale Anteil berechnet, den das Unternehmen in Investitionen für die Zukunft (CAPEX = Capital Expenditure) tätigt. Die folgende Grafik verdeutlicht diese Entwicklung.
  • Markttrends: Bei Betrachtung des Geschäftsmodells muss klar sein, dass Bertrandt als Entwicklungsdienstleister natürlich an der Investitionsfreudigkeit der Automobilindustrie (90% Umsatzanteil) ist. Der Flugzeuganteil spielt nur eine untergeordnete Rolle.  Bertrandt kommt zugute, dass der Wettbewerbsdruck bei ihren Kunden recht hoch ist. Der bereits angesprochene Flugzeugbauer Airbus steht im ständigen Konkurrenzkampf zu Boeing und auch die Chinesen versuchen derzeit in den Markt zu drängen. Der Automotive-Sektor ist von einem ständigen Wandel betroffen. Allein die Einhaltung der Emissionswerte wird zu großen Anstrengungen der Autoindustrie führen und Bertrandt ist ein idealer Partner für diese Herkulesaufgabe. Aus diesem Grund bestehen aus unserer Sicht berechtigte Chancen, dass Bertrandt auch zukünftig attraktive Umsätze erzielen wird. Bertrandt sollte darüber hinaus auch von einem weiteren Outsourcing der F+E Ausgaben der Automobilindustrie profitieren. Zurzeit werden etwa 40% aller Ausgaben an Dritte vergeben und in den kommenden Jahren soll diese Zahl auf 50% wachsen.
  • Aktionärsstruktur: Bei den qualitativen Merkmalen spielt für uns auch die Aktionärsstruktur eine wichtige Rolle. Etwas über 50% befindet sich im Freefloat. Knapp 15% liegen in Besitz der „Friedrich und Elisabeth Boysen-Stiftung“. Damit ist ein strategischer Kerninvestor im Boot, der sich von Haus aus ebenfalls über die dahinter stehende Friedrich Boysen GmbH & Co. KG im Bereich der Schalldämpfung und Abgasreinigung und somit als Automotive-Zulieferer betätigt. Interessant ist abschließend der Fakt, dass stolze 29% aller Aktien beim Porsche liegen. Damit hat man einen weiteren interessanten strategischen Kerninvestor im Boot. Nach den letzten Zukäufen in 2014 unterstrich die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG,  jedoch nochmals, dass keinerlei operativer Einfluss genommen werden soll, sondern Bertrandt vielmehr als langfristige Beteiligung im Rahmen des vorhandenen Finanzanlagevermögens geplant sei.
  • Management: Ein qualitativer Faktor im Rahmen unserer Unternehmensbetrachtung ist immer auch das Management. Dafür ist ein kurzer Blick auf die Historie des Unternehmens wichtig. Bereits 1974 gegründet, war es ein Management-Buy-out im Jahre 1993, dass das Unternehmen zu dem gemacht hat, was es heute ist. Schon damals war der heutige Vorstandsvorsitzende Dietmar Bichler an der Spitze des Unternehmens und geht dieser Aufgabe seitdem erfolgreich nach. Eine solch lange Zugehörigkeit bringt immer auch einen hohen Grad an Identifikation mit sich. Unsere Aktienbeteiligung hat somit einen Steuermann, der das Unternehmen auch gekonnt durch stürmischere Marktzeiten gelenkt hat. Dies stimmt uns daher auch für die kommenden Jahre positiv.

Im Fazit:

Alles in allem bringt die Betrandt AG aus unserer Sicht attraktive quantitative wie auch qualitative Faktoren mit sich. Der hohe Grad an Kontinuität im Umsatzwachstum, wie die solide und qualitativ hochwerte Bilanzqualität untermauern das positive Zahlenbild. Auf der qualitativen Seite sind die attraktiven Branchenaussichten mit einem Segment, welches sich ständig in Bewegung befindet interessant. Abgerundet wird unser positiver Eindruck von interessaten Partner, die gleichermaßen als Investoren auftreten, sowie einem mit dem Unternehmen stark verbundenem Management. Somit ergibt sich ein unserer Meinung nach äußerst attraktives Gesamtbild, dass den Platz der Betrandt AG im Dirk-Müller-Premium-Aktienfonds rechtfertigt.

 

Quelle: www.bertrandt.com, www.am-capital.de, www.bloomberg.com, www.reuters.com,

Analyse erstellt von Focam AG in Zusammenarbeit mit A.M. Capital Management

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