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Wie bereits angekündigt stellen wir Ihnen Aktien aus dem Fondsdepot vor, um Sie im Sinne der Transparenz über unseren Ansatz und die Vorgehensweise zu informieren. In alphabetischer Reihenfolge haben wir Ihnen in den vergangenen Wochen bereits erste Analysen präsentiert. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Vor kurzer Zeit haben wir das Unternehmen Bakkafrost auf den Färöer-Inseln besucht, um uns persönlich einen Überblick über unsere gemeinsame Geldanlage dort zu verschaffen. Einen ausgiebigen Videobericht dazu finden Sie hier. Heute möchten wir Ihnen passend dazu einen Einblick auf die fundamentale Datenlage sowie die Aktie geben.

Die Bakkafrost P/F mit Hauptsitz auf den Färöer-Inseln ist ein historisch gewachsenes Unternehmen und zählt mit seinen heute 1.000 Mitarbeitern zu den größeren fischverarbeitenden Unternehmen weltweit. Dabei betreibt der Konzern Zuchtanlagen und verarbeitet den Fisch zu unterschiedlichsten Fischprodukten wie Fischmehl und –öl. Der wichtigste Geschäftszweig ist jedoch der Betrieb von Lachsfarmen sowie die damit verbundene Verarbeitung und der Verkauf.

Bakkafrost unterteilt sein Geschäft in drei Segmente:

  • Fischzucht:                                                                53,40% Umsatzanteil
  • Fischmehl & Fischöl:                                                   30,62% Umsatzanteil
  • Value Added Products (hohe Wertschöpfung):               15,98% Umsatzanteil

Bei dem Unternehmen ist zu beachten, dass die Färöer-Inseln zur dänischen Krone gehören. Aus diesem Grunde bilanziert das Unternehmen auch in eben dieser Währung (DKK).

Bei der Aktie hingegen gibt es wieder eine Besonderheit zu beachten. Bakkafrost wird an der OSE (Oslo Stock Exchange) gehandelt und notiert daher in norwegischen Kronen.

Innerhalb der letzten fünf Jahre konnte die Aktie unter Beweis stellen, warum sie einen Platz unter den Qualitätsaktien unseres Fonds verdient hat. Im Vergleich zum MSCI Europe konnten die Titel des 1968 gegründeten Unternehmens deutlich besser abschneiden.   

Da es sich im Fonds um Qualitätsaktien handelt, ist vor allem der fundamentale Blick wichtig. Auf diesen möchten wir vorerst quantitativ und folgend qualitativ näher eingehen.

  • Bewertung: Die Aktie aus den Färöer-Inseln ist aus unserer Sicht derzeit attraktiv bewertet. Mit einem KGV von 13,72x liegt man deutlich unter der Bewertung vergleichbarer Konkurrenten. Ein ähnliches Bild zeichnet sich ab, wenn man sich das KBV und KUV zu Gemüte führt. Gerade bei Einbeziehung des Wachstums bieten die Papiere des Fischzuchtbetreibers auch in Zukunft langfristig noch attraktives Aufwärtspotential.
  • Kapitalstruktur:. Die langfristige Verschuldung konnte seit 2011 kontinuierlich gesenkt werden. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich nahezu ausschließlich aus Forderungen von Lieferanten zusammen. Mit einer Eigenkapitalquote von über 63% ist ein stabiler Pfeiler gegeben, der auch bei etwas stürmischer See für Ruhe sorgt. Bei Betrachtung des Eingenkapitals ist ebenso die Entwicklung bemerkenswert, da der Eigenkapitalanteil in der Bilanz im letzten Quartal so hoch ausfiel, wie seit 2010 nicht mehr. Abschließend ist positiv hervorzuheben, dass Bakkafrost es exzellent versteht Umsatz auch in bare Münze umzuwandeln. Insgesamt 16,15% des Umsatzes werden direkt zu Cash Flow umgewandelt. Ende 2012 betrug der Free Cashflow insgesamt 640 Mio. DKK und war damit so hoch wie noch nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Durch diese ausgezeichnete Ausstattung mit liquiden Mitteln, bleibt man auch zukünftig handlungsfähig und kann weiteres Wachstum anschieben.
  • Wachstum & Profitabilität: Die folgende Grafik zeigt den Trend auf, den das Unternehmen in den letzten zehn Jahren vollzogen hat. Dabei ist bemerkenswert, dass selbst in Jahren der Krise kein Umsatzrückgang verzeichnet wurde. Die operative Profitabilität (angezeigt durch die rote Linie) ist verständlicherweise etwas schwankungsanfälliger, da der Lachspreis besonders durch Angebotsschwankungen variiert. Dabei ist positiv anzumerken, dass sich Bakkafrost  auf sehr hohem Margen-Niveau bewegt. Allein eine Eigenkapitalrentabilität von fast 35% stellt unter Beweis, über welch ein rentables Geschäftsmodell das Unternehmen aus unserer Sicht verfügt.

Die qualitativen Argumente

  • Weltweiter Trend: Wie die vorherige Grafik bereits verdeutlicht, befindet sich mit Bakkafrost ein absolutes Wachstumsunternehmen in unserem Portfolio. Dieses Wachstum wird durch mehrere Faktoren getrieben. Wie weiter unten beschrieben liegt ein Grund in der kontinuierlichen Ertragssteigerung in neuen Märkten (s. auch Umsatzdiversifikation). Ein weiterer und vor allem sehr essentieller Grund ist jedoch der grundlegende langfristige Trend, dem das Geschäftsmodell zu Grunde liegt. Dieser besteht aus zwei Hauptfaktoren. Zum einen ist dies die Lieferung von Wildlachs aus den Weltmeeren. Die Entwicklung dieses Versorgungszweiges stagniert und man geht davon aus, dass das Angebot aus Wildlachsfang in den kommenden Jahren sogar zurückgeht (Wachstumsprognose in 2016: Europa = 0 % / Amerika = -1 %). Gleichzeitig steigt das Angebot aus Lachsfarmen nur um ca. 3% p.a. an.  Dem steht hingegen eine kontinuierlich steigende Nachfrage der Konsumenten gegenüber. In der Folge entsteht also eine Diskrepanz, die bei Firmen mit Aquakulturen attraktives Potential generiert. Genau von dieser langfristigen Entwicklung wird, unserer Einschätzung nach, auch Bakkafrost stark profitieren.
  • Ethik & Moral: Mit Bakkafrost als Nahrungsmittelproduzent, sind wir uns der ethischen Verantwortung bewusst, die ein solches Engagement mit sich bringt. Grundsätzlich sollte man bedenken, dass der weltweite Lachsverbrauch der Konsumenten nicht durch den traditionellen Lachsfang gedeckt werden kann. Aufgrund dieser Versorgungslücke, die somit durch Anbieter wie Bakkafrost geschlossen wird, bietet sich ein attraktives Aufwärtspotential. Dabei ist es uns jedoch wichtig, mit Bakkafrost in eines der ethisch am verantwortungsvollsten Unternehmen der Branche investiert zu haben. So ist der 1968 gegründete Konzern Mitbegründer der weltweiten Initiative „GSI“ für nachhaltige Lachszucht. Weiterhin hat man in diesem Jahr die erste ASC-Zertifizierung (Aquaculture Stewardship Council) für eine Lachsfarm auf den Färöer-Inseln erhalten. Bis spätestens 2020 sollen alle Farmen unter diesem Siegel betrieben werden. In diesem Zusammenhang verkündet das Management, auf Chemikalien voll und ganz verzichten zu wollen. Nichtsdestotrotz gibt man derzeit offen zu, in einzelnen Fällen noch chemikalische Zusätze zu verwenden. Ebenso bemüht sich das Unternehmen, immer mehr biologische Mittel einzusetzen. Genau diese Offenheit und auch Zusage muss jedoch auch als Vertrauensbeweis gewertet werden, der eine Einschätzung im Rahmen der Transparenz besser ermöglicht und vor allem für mehr Glaubwürdigkeit sorgt.
  • Investitionen für die Zukunft: Bakkafrost investiert permanent um die Abläufe zu optimieren und dabei das wichtigste Gut nicht zu vergessen: Denn jeder Stress für die Lachse, unabhängig bei Haltung oder anderen Prozessen, sorgt für schlechtere Qualität und damit für ungünstigere Preise.  Durch stetige Modernisierung der Produktionsanlagen und Erweiterungen, die dem Wachstum des Unternehmens gerecht werden, wird auch zukünftiges Wachstum garantiert. Besonders beeindruckend zeigt dies der jüngste Anstieg der Ausgaben für neue Investitionen im Verhältnis zum Umsatz (auch CAPEX – Capital Expenditure genannt).

 

  • Umsatzdiversifikation: Vor ungefähr 10 Jahren wurden 90% der Umsätze noch in der EU erwirtschaftet. Heute generiert das Unternehmen „nur“ noch 64% der Erlöse innerhalb der EU. Bereits knapp 16% stammen aus den USA und weitere 13% werden in China eingefahren. Damit hat man die Diversifikation nach Regionen deutlich breiter gefächert. Dies schafft neues Absatzpotential und mindert Risiken für den Fall, dass gewisse Regionen etwas schwächer abschneiden. Gerade in den USA wird noch großes Potential vermutet. Erst in 2012 wurde die Importsteuer in den Vereinigten Staaten aufgehoben. Seitdem hat man den Eintritt in diesen noch jungen Markt erfolgreich gemeistert. Nun gilt es, das große Absatzpotential dort auszuschöpfen. Die Rahmenbedingungen für zukünftig weiteres Wachstum sind also gegeben.
  • Russland:  Aufgrund dessen, dass Bakkafrost von den Sanktionen gegen Russland nicht betroffen ist, hat sich dort ein neuer Absatzmarkt aufgetan. Dadurch wurde dem Unternehmen der breite Markteintritt ermöglicht. Sollten die Sanktionen nun zukünftig wieder gelockert werden, hat dies zwei Auswirkungen für unser Unternehmen:

    • Dadurch, dass die bisherigen EU-Exporteure ihren Fisch nun nicht mehr nach Russland liefern können, bedienen diese den europäischen Markt. Dies hat den Preis für Lachs in Europa deutlich gesenkt, was auch Bakkafrost zu spüren bekommt. Bei Aufhebung der Handelsbeschränkungen wird dieses Angebot in Europa wieder „normalisiert“, sodass auch der Preis wieder anziehen sollte, wodurch auch Bakkafrost profitieren wird.
    • Dadurch, dass man die eigenen Produkte nun in Russland platziert hat, erhielt man die Chance neue Kunden zu gewinnen. Nun ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass Kunden auch nach Beendigung der Sanktionen weiterhin auf Fisch von Bakkafrost setzen, da ein Gewöhnungsfaktor eingesetzt haben könnte.

Im Fazit:

Bakkafrost ist ein, aus unserer Sicht, exzellent aufgestelltes Unternehmen aus dieser Branche. Nach  Analyse der fundamentalen, qualitativen und ethischen Aspekte, haben die Aktien des qualitativ hochwertigen Konzerns von den Färöer-Inseln einen berechtigen Anteil im Dirk Müller Premium Aktien Fonds verdient. Eine äußerst solide Bilanzstruktur und ein Aktienpreis, der gerade bei Einbeziehung der künftigen Wachstumsanstrengungen noch nicht zu teuer bewertet scheint, lassen das Lachszucht-Unternehmen zu einer attraktiven Investition werden. 

 

Quelle: www.bakkafrost.com, www.am-capital.de, www.bloomberg.com, www.reuters.com,

Analyse erstellt von Focam AG in Zusammenarbeit mit A.M. Capital Management

Gem. WpHG § 31 Abs. 2 Nr. 2 machen wir hier folgende Angabe

Die hier dargestellten Einschätzungen bewerben nicht den Kauf/Verkauf der genannten Titel, Märkte oder Finanzinstrumente, sondern dienen der vertiefenden Darstellung zu den Anlagepositionierungen des Dirk Müller Premium Aktien Fonds. Nicht alle gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen sind erfüllt. Es besteht kein Handelsverbot vor der Veröffentlichung. Die Angaben stellen keine Anlageberatung dar, da sie ohne Ansehung persönlicher Verhältnisse und Anlageziele ausschließlich als Markteinschätzungen zu verstehen sind.

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