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das erste Halbjahr 2021 ist zu Ende und es ging mal wieder wie im Fluge. Die ersten vermeintlich ruhigen Sommerwochen liegen ebenso schon hinter uns, auch wenn das Wetter hierzulande dem nicht immer Rechnung trug. Der Aktienmarkt in den USA trippelt weiter gen Norden, während der heimische DAX auf hohem Niveau konsolidiert. Das Inflationsgespenst schwirrt weiter durch die Wirtschaft und die Notenbanken predigen immer noch den angeblich temporären Effekt.

Schaut man sich die Prognosen der Volkswirte an, dann sollten die USA ein Wachstum von 6,4 % für 2021 und nur noch 3,5 % 2022 schaffen. Die Eurozone wird mit 4,4 % (2021) und 3,8 % (2022) prognostiziert. Kein Wunder, dass die Amerikaner mehr Tempo zulegen, ist doch das Wachstum durch immer höhere Schulden quasi „erkauft“. Die Schuldenquote für 2021 soll bei 123 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen, in der Eurozone kommt man „nur“ auf rund 97 %.

Die neue Berichtssaison steht schon in den Startlöchern und wir werden sehen, wie die Unternehmen auf die mal wieder veränderten Bedingungen reagiert haben. Das anstehende Quartal sollte noch ganz gut werden, der Herbst könnte aber für Ernüchterung sorgen, denn dann ist die Vorjahresbasis sehr hoch und es braucht schon mehr Anstrengung, um die Zahlen der Vorperiode - oder auch der inzwischen hohen Erwartungen - zu schlagen.

Im Berichtszeitraum 14.06.-02.07.21 stieg unser Vergleichsindex, der MSCI World Value Net (EUR) leicht von 134,54 auf 136,30, also mit einem Plus von 1,31 % - der Dirk Müller Premium Aktien Fond legte ebenfalls leicht um 0,87 % auf 92,63 zu.

Der S&P 500 stieg um 2,28 %, angeführt durch Aktien wie Nike oder Titel aus dem Automobilsektor. Der technologielastige Nasdaq 100 kletterte 4,24 %. Hier kamen die Gewinner u.a. aus dem Chip-Sektor, denn Lieferengpässe sind weiterhin das Hauptthema. Der DAX konnte nicht mithalten und verlor 0,15 %. Adidas folgte den sehr guten Zahlen von Nike und konnte ebenfalls zulegen, während unsere heimischen Autobauer Federn lassen mussten.

Anbei einige interessante Unternehmensmeldungen aus dem Depot

Nike

Die Zahlen für das vierte Quartal 2021 (Geschäftsjahresende 31.05.2021) lagen weit über den Schätzungen der Analysten. Das Unternehmen konnte mit 12,3 Mrd. USD seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 95,5 % steigern, was 11,7 % über den Analystenerwartungen lag. Der Bruttogewinn wurde mit 5,6 Mrd. USD beziffert, was einer Marge von 45,8 % nach noch 37,3 % in Q4 2020 entspricht. Netto verdiente man 1,5 Mrd. USD nach noch minus 790 Mio. USD.

Das Umsatzwachstum kam mit über 140 % vor allem aus Nordamerika, der Umsatz betrug hier 5,36 Mrd. USD. Es ist klar, dass das Schuhgeschäft mit 3,8 Mrd. Treiber dieser Entwicklung war. Prozentual wuchs jedoch das Bekleidungsgeschäft mit 157 % auf 1,4 Mrd. Umsatz am schnellsten. Europa und der Mittlere Osten konnten 124 % zulegen, was einem Umsatz von fast drei Mrd. USD entsprach. China hinkt dem Trend - wie zu erwarten war - mit einem Plus von 17 % hinterher.

Erfreulich war der rasante Sprung bei Nike Direct, hier wurden 4,5 Mrd. im Quartal umgesetzt, oder 73 % mehr als noch im Vergleichszeitraum 2020. Schaut man sich die vergangenen zwölf Monate an, dann geht die Strategie von Nike, mit dem Kunden direkt zu kommunizieren, voll auf.

Der Umsatz im Gesamtkonzern stieg im Gesamtjahr um gut 19 %, bei Nike Direct aber sogar um 32 %. War es noch ein Anteil von 65 % der Umsätze in 2020, die mit Großkunden - und nur 35 % direkt - erwirtschaftet wurden, sind es nun schon 39 %, die dem Endkunden-Bereich zuzurechnen sind. Die Umsätze sind toll, aber der Datenschatz hat sicherlich auch für die Zukunft einen noch höheren Stellen- und Unternehmenswert.

Accenture

Auch Accenture, das US-amerikanische Beratungsunternehmen, berichtete Zahlen für sein drittes Quartal 2021 (gebrochenes Geschäftsjahr), die weit über den Erwartungen der Analysten lagen. Der Umsatz sprang um gut 20 % gegenüber der Vorjahresperiode auf 13,2 Mrd. USD an. Der Bruttogewinn lag bei 4,4 Mrd. USD, was einer Marge von 33,2 % nach noch 32,1 % im Vorjahr entsprach. Netto verdiente man 1,5 Mrd. USD oder gut 11,7 % vom Umsatz. Der Free Cash-Flow wurde mit 2,2 Mrd. USD nach noch 2,6 Mrd. in Q3 2020 beziffert.

Die Geschäftssegmente sind wie immer ausgeglichen. 7,3 Mrd. USD oder 54,7 % verdient man mit Consulting Tätigkeiten. Rund sechs Mrd. oder 45,3 % der Umsätze werden mit Outsourcing Aktivitäten erzielt. Die regionale Verteilung liegt im Rahmen der letzten Quartale wie folgt:

     • Nordamerika: 46,7 % der Umsätze oder 6,2 Mrd. USD
     • Europa: 33,6 % der Umsätze oder 4,4 Mrd. USD
     • Wachstumsmärkte: 19,7 % der Umsätze oder 2,6 Mrd. USD

Schaut man sich den Betriebsertrag (rund 2,1 Mrd. USD) an, dann sieht man sofort, dass der Großteil der Gewinne aus Nordamerika kommt. 1,1 Mrd. USD oder 53,3 % werden hier verdient. Europa schaffte es auf 608 Mio. USD (28,7 %) und die Wachstumsmärkte steuerten 382 Mio. USD oder 18,1 % bei.

Accenture profitiert stark vom allgemeinen Trend zu Digitalisierung und Outsourcing. Auch wenn die Pandemie in einigen Köpfen schon der Vergangenheit angehört und die Sommermonate durchatmen lassen, wird das Virus wohl nicht so schnell wieder verschwinden. Neue Varianten sind bereits bekannt und das griechische Alphabet ist noch lang.

The Walt Disney Company

Disney ist ein Weltklasseunternehmen, leidet aber immer noch unter den pandemiebedingten Schließungen seiner wichtigen Themenparks. Zwar waren Hongkong und Shanghai teilweise geöffnet, aber auch hier mit reduzierter Kapazität. Disneyland Paris hat seine Tore am 17.06.21 wieder geöffnet und in Florida darf Groß und Klein ohnehin schon Mickey & Co. besuchen.

Für das zweite Quartal 2021 (endete 03.04.21) des Entertainment-Konzerns konnten dennoch 15,6 Mrd. USD Umsatz verbucht werden. Dies entsprach rund 13,4 % weniger als noch im Vorjahresquartal Q2 2020 (endete 28.03.2020). Der Bruttogewinn lag bei 5,8 Mrd. USD, was einer Marge von 37,3 % nach noch 33,8 % entsprach. Nach nur 460 Mio. USD Nettogewinn (Marge 2,6 %) wurde wieder fast eine Mrd. USD (Marge 5,8 %) verdient. Der Free Cash-Flow litt jedoch unten den Covid-Ereignissen und schrumpfte auf rund 600 Mio. USD nach noch 1,9 Mrd. USD in Q2 2020. Die Walt Disney Company ist ein Titan der Unterhaltung und hat seit der erfolgreichen Einführung von Disney + im November 2019 bewiesen, dass Wachstum auch in anderen Bereichen möglich ist.

Schließlich zählen mittlerweile 103,6 Mio. zahlende Abonnenten (Disney+) mit einem durchschnittlichen monatlichen Entgelt von 3,99 USD zum Konzern. Das Segment „direct-to-consumer“ trägt vier Mrd. USD Umsatz bei. Zu dem übergeordneten Bereich „Disney Media and Entertainment“ (Umsatz Q2 2021; 12,4 Mrd. USD) zählt auch die Sparte „Linear Networks“ (TV-Kanäle) mit Erlösen von 6,7 Mrd. USD. Geografisch wird in nationale (USA) und internationale Kanäle unterteilt.
Disney ist über Jahrzehnte zu einem globalen Unterhaltungskonzern gewachsen. Durch die Pandemie mussten noch dynamischer, schnell und effizient neue Einnahmequellen entstehen. Diese Flexibilität konnte das Management mit Bravour meistern. Sollten Parks & Co. nun wieder zu alter Stärke zurückkommen, gepaart mit digitalen Inhalten, dann sollte auch die Profitabilität und der Free Cash-Flow wieder überzeugen können.

Applied Materials

Halbleiter sind zu einem wichtigen Bestandteil moderner Technologie geworden und ein knappes Gut in der heutigen Zeit. Im Grunde führt der Weg für diese Technologie und alle weiteren zukünftigen derartigen Entwicklungen einzig nach vorne. Applied Materials ist gut positioniert und sollte in den nächsten Jahren weiterwachsen.

Drei Divisionen bilden die Segmentberichterstattung Q2 2021:

Semiconductor Systems: 71,6 % der Gesamtumsätze, Anteil am Ertrag 78,5 %

Applied Global Services: 21,7 % der Gesamtumsätze, Anteil am Ertrag 18,2 %

Display und Adjacent Markets: 6,8 % der Gesamtumsätze, Anteil am Ertrag 3,3 %

Der Gesamtumsatz im zweiten Quartal 2021 lag bei 5,5 Mrd. USD oder rund 41 % über dem Vergleichswert aus Q2 2020. Der Bruttogewinn wurde mit 2,6 Mrd. USD beziffert, dies entsprach einer Marge von 47,5 %, nach noch 44,2 % in Q2 2020.

Vor Steuern verdiente man 1,5 Mrd. USD und im Nettoertrag blieben 1,3 Mrd. USD hängen. Der Free Cash-Flow mit 983 Mio. USD wuchs um 74,3 %. Die sehr hohen Analystenprognosen wurden somit mehr oder weniger geschlagen.

Die Nachfrage nach Halbleitern wächst mit dem Übergang der Welt zu einer Post-Pandemie-Wirtschaft weiter. Schon während der Pandemie haben wir gesehen, dass Verbraucher ihre PCs oder Home-Entertainment-Systeme aufrüsten. Für das aktuelle Quartal prognostizierte das Management einen Umsatz von 5,92 Mrd. USD (plus/minus 200 Mio. USD) und einen Gewinn pro Aktie von rund 1,76 USD. Die Bruttomarge soll bei 47,7 %, die operativen Ausgaben bei 930 Mio. USD liegen.

Herzliche Grüße und endlich sonnige Tage
Ihr
Dirk Müller & Fonds Team

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