Monatsbericht für Anleger – März 2026
Liebe Anlegerinnen und Anleger,
der März 2026 war ein außergewöhnlich turbulenter Monat an den Finanzmärkten. Der Dow Jones und der S&P 500 verzeichneten beide ihren schlechtesten Monat seit September 2022. Der Nasdaq Composite rutschte in Korrekturterritorium – also mehr als 10% unter seinen Höchststand. Der S&P 500 folgte kurz darauf und notierte rund 9% unter seinem Allzeithoch.
Doch der Monat endete versöhnlich: Am letzten Handelstag stiegen die Kurse kräftig, nachdem Berichte aufkamen, dass der iranische Präsident bereit sei, den Krieg zu beenden. Der Dow Jones legte um 1.125 Punkte (+2,49%) zu, der S&P 500 gewann 2,91% und der Nasdaq sogar 3,83% – der beste Börsentag seit Mai.
Der Iran-Krieg: Das bestimmende Thema
Das alles überragende Ereignis im März war der militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Schließung der Straße von Hormus führte zu dem, was die Internationale Energieagentur als „größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“ bezeichnete.
Durch sie fließt etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasversorgung. Als der Iran diese Route für den Tankerverkehr sperrte, schoss der Ölpreis in die Höhe. Der Brent-Rohölpreis stieg auf bis zu 112,57 Dollar pro Barrel – den höchsten Stand seit 2022. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar lag er noch bei rund 73 Dollar. Die Benzinpreise in den USA erreichten am 31. März die Marke von 4 Dollar pro Gallone – ein Anstieg von 30%.
Die Börsen im Sog des Ölpreises
Steigende Energiepreise sind Gift für die Börsen, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens reduzierten die steigenden Öl- und Benzinpreise die Kaufkraft der amerikanischen Verbraucher erheblich. Zweitens ist Energie ein wesentlicher Kostenfaktor für Unternehmen – wenn Öl teurer wird, steigen die Produktions- und Transportkosten. Drittens prognostizierte die OECD, dass die US-Inflation 2026 auf 4,2% steigen könnte – deutlich höher als die vorherige Schätzung von 2,8%. Viertens weckte die Kombination aus höherer Inflation und langsamerem Wachstum bei vielen Anlegern Erinnerungen an die schwierigen 1970er Jahre und schürte Stagflationsängste.
Die Fed in der Zwickmühle
Die US-Notenbank beließ den Leitzins bei ihrer März-Sitzung unverändert im Bereich von 3,5% bis 3,75%. Fed-Chef Jerome Powell betonte die erhöhte Unsicherheit und erklärte, die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft seien ungewiss. Die Fed erhöhte ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,7% und rechnet nun mit nur noch einer Zinssenkung in diesem Jahr. Für Anleger bedeutet das: Die erhofften Zinssenkungen, die Aktien normalerweise beflügeln, rücken in weitere Ferne.
Private Credit: Angst vor dem nächsten Dominostein
Neben dem Iran-Krieg sorgte im März ein weiteres Thema für Nervosität an den Märkten: die wachsenden Probleme im Bereich Private Credit – einem weitgehend unregulierten Sektor, in dem Firmen außerhalb des klassischen Bankensystems Kredite an Unternehmen vergeben. Private Credit bezeichnet Kredite, die nicht von Banken, sondern von Private-Equity-Firmen und spezialisierten Fonds an Unternehmen vergeben werden. Der Sektor ist auf geschätzte 3 Billionen Dollar angewachsen – eine enorme Summe, die nach der Finanzkrise 2008 entstand, als Banken ihre Kreditvergabe einschränken mussten.
Die Aufmerksamkeit richtete sich auf die Software-Exponierung bei Direktkrediten – geschätzt etwa 26% laut Morgan Stanley – nachdem Befürchtungen, dass KI-Agenten das Software-as-a-Service-Geschäftsmodell zerstören könnten, die börsennotierten SaaS-Aktien einbrechen ließen.
Die Panik an den Märkten war erheblich: große Private-Credit-Unternehmen, darunter KKR, Apollo und Blackstone, sind um 20% oder mehr gesunken. Anleger versuchten massenhaft, ihr Geld aus Private-Credit-Fonds abzuziehen. US-Banken haben rund 300 Milliarden Dollar an Private-Credit-Unternehmen verliehen, was Sorgen über eine mögliche Ansteckung des Bankensystems schürte.
Gewinner und Verlierer: Die große Rotation
Der März 2026 zeigte eine deutliche Rotation der Anleger weg von Wachstumsaktien hin zu defensiven Werten und der „Old Economy“. Zu den Gewinnern zählte vor allem der Energiesektor, der um über 34% zulegte – Ölkonzerne profitierten direkt von den hohen Preisen. Auch Versorger, Basiskonsumgüter und Rüstungsaktien zeigten relative Stärke. Small-Cap-Aktien hielten sich ebenfalls vergleichsweise gut.
Auf der Verliererseite standen Tech-Aktien, die besonders stark litten. Die Verluste bei Microsoft allein machten 38% des Rückgangs in der „Core“-Kategorie aus. Halbleiteraktien verloren im März fast 14%, und der Industriesektor war der schwächste Performer im gesamten S&P 500.
Magnificent Seven: Das Ende der Dominanz?
Die großen Tech-Aktien, die in den vergangenen Jahren die Märkte dominierten, verlieren an Strahlkraft. Die Performance der „Magnificent Seven“ lag 2023 noch bei +75%, fiel 2024 auf +50% und erreichte 2025 weniger als +25%. Der massive Anstieg der Investitionsausgaben der Tech-Giganten für KI-Infrastruktur hat die Anleger dazu veranlasst, deren Fähigkeit in Frage zu stellen, angemessene Renditen auf das eingesetzte Kapital zu erzielen. Die einzelnen Aktien innerhalb der Gruppe bewegen sich nicht mehr so gleichförmig wie früher – ihre Korrelation nimmt ab. Das eröffnet Chancen für Anleger, die zwischen Gewinnern und Verlierern differenzieren können.
Value-Aktien und die Renaissance der „Old Economy“
Nach Jahren der Unterinvestition erleben traditionelle Sektoren wie Versorger, Industriewerte und Infrastruktur ein Comeback. Der Grund dafür ist, dass der KI-Boom physische Infrastruktur braucht. Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Strom, Kühlung und Baukapazitäten. Die Investitionsausgaben der Versorger sind auf ein 22-Jahres-Hoch gestiegen – deutlich über den langfristigen Durchschnitt.
Fazit
Der März 2026 hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie schnell geopolitische Ereignisse und Finanzmarktturbulenzen zusammenwirken können. Der Iran-Krieg, die Ölpreis-Explosion und die Private-Credit-Krise bildeten einen perfekten Sturm für die Märkte.
Besonderheiten in unseren Fonds:
Im März hatten wir eine Absicherungsquote zwischen 60 % und 100 %. Insbesondere über die Wochenenden hatten wir diese regelmäßig auf bis zu 100 % erhöht, um möglichen unliebsamen Überraschungen – die merkwürdigerweise meist an Wochenenden geschehen, wenn die Börsen geschlossen haben und keine Reaktionen erlauben – vorzubeugen. Unsere EUR-USD Absicherung war im März konstant bei 100 %.
Bei den Aktien haben wir keine Veränderung vorgenommen. Einzig die Gewichtung im Portfolio der einzelnen Aktien wurde regelmäßig angepasst.
Marktentwicklung im März 2026
Der DM Premium Strategie Defensiv handelte per Ende März 2026 bei 88,36 Euro, der offensive Fonds handelte per Ende März 2026 bei 131,61 Euro.
Der Dow Jones Industrial Average in Euro fiel zum Vergleich um -3,12 % in Euro, der MSCI World Value ebenso in Euro fiel um -4,13 %.
In diesem Sinne: Bleiben Sie investiert und bleiben Sie gelassen.
Ihr Dirk Müller
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