Das Börsenjahr 2025 neigte sich dem Ende zu wie ein Marathon, dessen Läufer nach großem Tempo kurz vor der Ziellinie eine nachdenkliche Gangart einlegten. Der Dezember bescherte uns dabei ein interessantes Lehrstück über Marktdynamiken, das sowohl Optimisten als auch Skeptiker in ihrer Position bestätigt haben dürfte.
Der S&P 500 beendete den Dezember mit einem verschwindend geringen Minus von 0,05% (USD) – praktisch einer Nulllinie. Für das gesamte Börsenjahr 2025 bedeutet dies zunächst eine respektable Rendite von 16,39% (USD), der Dow Jones hingegen, der Index mit weniger Tech-lastigen „Old Economy“-Aktien, musste sich mit 12,97% (USD) jährlich zufriedengeben – ein respektabler, aber deutlich bescheidenerer Ertrag als die üblichen Verdächtigen aus der Technologiewelt. Ganz anders sieht das aus Sicht eines europäischen Investors aus. Durch den schwachen US-Dollar reduziert sich das Depot-Ergebnis des S&P 500 Index auf +2,6% und im Dow Jones war es sogar ein kleines Verlustjahr mit -0,4%.
Jahresperformance US-Aktienindizes 2025
Der Dezember war das Spiegelbild eines Marktes, der sich dem Jahresende näherte und dabei eine notwendige Atempause einlegte. Wir haben eine starke Rally seit den (Zollchaos-)Tiefs im April gesehen, die wohl als eine der unbeliebtesten Kursanstiege seit vielen Jahren in Erinnerung bleiben wird. Die Anleger misstrauten dem Kursanstieg aus den unterschiedlichsten, aber berechtigten Gründen und der bekannte Fear&Gread Index zeigte selten auch nur annähernd eine Euphorie. Auch die Marktbreite war überschaubar, spielt sich doch der Großteil der Kursgewinne und auch des US-Wachstums weitgehend im KI-Segment ab.
Der KI-Sektor: Von der Wunderwaffe zur Fragezeichenmaschine
Hier offenbarte sich der Dezember als der Monat der großen Ernüchterung im Technologiesektor. Mitte Dezember schlug Oracle wie eine Bombe ein: Das Unternehmen verfehlte die Umsatzerwartungen und kündigte dabei auch noch erhebliche weitere Investitionen an – eine unbequeme Kombination für Anleger, die bislang daran glaubten, dass KI automatisch zu Profiten führt. Die Oracle-Aktie kollabierte daraufhin um 15%, was eine berechtigte Frage aufwarf, die viele Investoren beschlich: Wenn einer der größten Cloud-Dienstleister aus seinen gigantischen KI-Investitionen noch keine signifikanten Gewinne generieren kann, wer und wann dann?
Diese Unsicherheit strahlte auf den gesamten Sektor aus. Nvidia, das Kraftzentrum des KI-Booms und jahrelang als unumstritten beste Wahl gehandelt, verlor über 3% nach den Oracle-Zahlen. Gleichzeitig mehrten sich Warnungen vor einer möglichen „KI-Blase“. Der Technologiesektor büßte im Dezember als Ganzer stolze 4,4% ein, ein deutlicher Kontrast zu seiner glänzenden Jahresperformance von 23,7%.
Doch der Dezember zeigte deutliche Risse in der KI-Euphorie.
Die stille Revolution: Breitere Marktbeteiligung
Der Dezember offenbarte einen subtilen, aber wichtigen Strukturwandel: Während die großen Tech-Konzerne straucheln, beginnt der Markt anderswo zu wachsen. Der S&P 500 Equal Weight – ein Index, der alle Aktien gleich gewichtet statt nach Marktkapitalisierung – stieg um 0,25%, während der S&P 400 MidCap leicht um 0,1% fiel. Das ist nicht spektakulär, aber es ist eine Botschaft: Das Geld wandert teilweise weg von den Mega-Caps hin zu den „normalen“ Aktien.
Dezember vs. Jahres-Performance 2025: Sektorrotation und Marktbreite
Der Gesundheitssektor zeigte bereits im November mit einem Plus von über 9% große Stärke, während Kommunikationswerte ebenfalls Boden gut machten. Dies könnte ein Hinweis sein, dass intelligente Anleger anfangen, außerhalb des KI-Universums nach attraktiven Bewertungen zu suchen. Kleine und mittlere Unternehmen wurden mit durchschnittlichen Abschlägen von 15% zu ihrem fairen Wert gehandelt – eine Gelegenheit für Value-Investoren, die geduldig sind.
Die Notenbank gibt die Pfeife ab, dann erst mal Stille
Die Federal Reserve handelte im Dezember erwartungsgemäß und senkte die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 3,50–3,75%, doch Fed-Chef Jerome Powell signalisierte unmissverständlich: Für jetzt ist Schluss mit dem Lockern. „Die Latte für weitere Zinssenkungen ist nun höher„, ließ er verlauten, eine diplomatische Art zu sagen, dass die Party vorbei ist.
Dies passt ins wirtschaftliche Bild: Die Inflation lag im Dezember bei 2,7%, unter den Konsenserwartungen von 3,1%, was die Notenbank zu Recht ermutigte. Doch statt aggressiv weitere Zinsen zu senken, beschloss Powell, eine ruhige Hand zu zeigen – und für 2026 wird nur noch eine weitere Zinssenkung um 0,25% erwartet.
Die US-Regierung unter Trump lässt sich davon nicht beeindrucken und wirft ihrerseits auf kreative Weise die Geldmaschine an.
Ausblick und Unbehagen
Das Jahr 2025 wird den Anlagen ein Gesamtvermögen von 8,6 Billionen USD hinzugefügt haben, was beeindruckend ist. Doch die Wall Street korrigiert ihre Erwartungen bereits. Ein Konsensziel für 2026 liegt bei 8.000 S&P-500-Punkten (derzeit ~6.845) – immerhin ein erwartetes Aufwärtspotenzial von etwa 17% – doch die Art und Weise, wie dieser Anstieg verteilt sein wird, wirft Fragen auf.
Kritisch ist auch dies: Derzeit zahlen Anleger für die Magnificent Seven eine erhebliche Prämie. Und die neigt zum Umfallen, sobald Gewinnerwartungen nicht erfüllt werden – wie Oracle eindrucksvoll zeigte.
Fazit
Der Dezember 2025 brachte bei aller Ruhe zugleich eine interessante Erkenntnis. Der Markt funktioniert still, es gibt Geld außerhalb der Tech-Welt zu verdienen, und die Notenbank signalisiert Stabilität statt neuer Experimente. Langfristig orientierte Anleger können darin einen weniger glamourösen, aber solider konstruierten Markt sehen – was für 2026 möglicherweise gesünder ist als ein reiner KI-Boom. Die beginnende Rotation aus Mega-Caps zu breiteren Marktbereichen könnte für Anleger, die bereit sind, außerhalb der ausgetretenen Pfade zu suchen, interessante Gelegenheiten bieten.
Besondere Entwicklungen Fonds
Im Dezember sind wir ohne Absicherungsquote in den Monat gestartet. Nur über die Wochenenden hatten wir diese regelmäßig auf bis zu 70 % erhöht, um möglichen unliebsamen Überraschungen – die merkwürdigerweise meist an Wochenenden geschehen, wenn die Börsen geschlossen haben und keine Reaktionen erlauben – vorzubeugen. Zeitweise waren wir zu 100 % investiert. Unsere EUR-USD Absicherung war am 31.12.25 nahe 100 %.
Auch bei den Aktien waren wir wieder aktiv und haben die Deutsche Telekom neu aufgenommen. Komplettverkäufe gab es keine.
Marktentwicklung im Dezember 2025
Der S&P 500 ist im Berichtszeitraum (01.12. bis 31.12.25) um 1,19 % gefallen, der technologielastige Nasdaq 100 verbuchte ein Minus von 1,85 %, jeweils in Euro.
Der DM Premium Strategie Defensiv handelte per Ende Dezember 2025 bei 90,69 Euro, der offensive Fonds handelte per Ende Dezember 2025 bei 138,20 Euro.
Der Dow Jones Industrial Average in Euro fiel zum Vergleich um 0,41 % in Euro.
Mit den besten Wünschen für eine glückliche Zeit
Ihr
Dirk Müller & Fonds Team
Aus rechtlichen Gründen ist es nicht mehr gestattet, die Wertentwicklung unserer Fonds für einzelne Monate darzustellen.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar.
„Die Anlageberatung und Anlagevermittlung (§ 2 Abs. 2 Nr. 3 und 4 WpIG) erbringen wir als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs. 2 WpIG ausschließlich für Rechnung und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73, 20097 Hamburg (NFS). Die NFS ist ein Wertpapierinstitut gem. § 2 Abs. 1 WpIG. Unsere Tätigkeit bei der Anlageberatung und Anlagevermittlung wird der NFS zugerechnet.
Dies ist eine Marketingmitteilung. Sie dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Bitte lesen Sie vor einer Anlageentscheidung die verbindlichen Verkaufsdokumente, die Ihnen Ihr Berater oder der jeweilige Emittent auf Anfrage zur Verfügung stellt.
Frühere Wertentwicklungen lassen nicht auf zukünftige Renditen schließen. Wertpapiergeschäfte sind grundsätzlich mit Risiken, insbesondere dem Risiko des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals, behaftet.
Diese Marketingmitteilung unterliegt nicht den regulatorischen Anforderungen, welche die Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen/Anlagestrategieempfehlungen sowie das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung der Anlageempfehlung/Anlagestrategieempfehlung vorschreiben.“